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Den Methusalem-Genen auf der Spur

Kieler Altersforscher belegen Zusammenhang zwischen Genvariation und Langlebigkeit bei Menschen

In ihrer Publikation im renommierten Wissenschaftsjournal Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) vom 5. Februar 2009 beschreibt die "Forschungsgruppe Gesundes Altern" einen Zusammenhang zwischen einer Sequenzvariation im FOXO3A-Gen und Langlebigkeit. Diese Sequenz tritt auffällig häufig bei Hundertjährigen auf.

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Damit bestätigt das Forscherteam um Professor Stefan Schreiber vom Kieler Institut für Klinische Molekularbiologie die Ergebnisse einer früheren Studie von Bradley J. Willcox. Dieser hatte bereits im September 2008 aufgrund seiner Untersuchungen an hochalten US-Amerikanern japanischer Herkunft FOXO3A als Langlebigkeitsgen bei Menschen vorgeschlagen.

 

Wissenschaftliche Familien- und Zwillingsstudien haben gezeigt, dass die Fähigkeit, ein sehr hohes Alter zu erreichen, zu 70 Prozent durch Umweltfaktoren und zu 30 Prozent durch die Genetik beeinflusst wird. FOXO3A stellt vermutlich nur eines von vielen Genen dar, die mitverantwortlich für ein langes Leben sind. Bisher gibt es neben FOXO3A nur ein weiteres "Langlebigkeitsgen", das in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen nachgewiesen werden konnte.

 

Die Kieler Altersforscher belegen nun mit ihren Ergebnissen die Prädisposition für gesundes Altern durch eine Anreicherung der Genvariation von FOXO3A bei deutschen Hundertjährigen. Der französische Forschungspartner, das Centre d'Étude du Polymorphisme Humain (CEPH), mit dem eine sehr enge Zusammenarbeit besteht, stellte die gleiche Tendenz bei hundertjährigen Franzosen fest.

 

Für ihre Analyse untersuchten die Wissenschaftler in Kiel über 380 DNA-Proben von Menschen im Alter von 100 Jahren und älter. Dieses aufwendige Studiendesign konnte nur dank der Unterstützung durch die Biodatenbank Popgen realisiert werden, deren Mitarbeiter ständig auf der Suche nach weiteren hochbejahrten Personen (98 Jahre und älter) sind.

 

Die "Forschungsgruppe Gesundes Altern" wird vom Exzellenzcluster "Entzündung an Grenzflächen" gefördert.

 

Ausgewählte Medienbeiträge zum Thema stehen hier zur Verfügung. Im Internet sind ebenfalls auf verschiedenen Websites Beiträge zu finden: ZDF Online, Deutschlandfunk Online, NDR Welle Nord, Bayerischer Rundfunk Online.

 

DFG-Förderung zur Identifizierung und Charakterisierung von funktionellen Varianten im FOXO3A-Gen

Das nächste Ziel ist jetzt herauszufinden, welches die ursächlichen Gen-Varianten im FOXO3A-Gen sind, die dem Menschen zu einem langen und gesunden Leben verhelfen und welche Effekte sie im menschlichen Körper auslösen. Denn um zukünftig mit medizinischen Interventionen positiv regulierend auf den menschlichen Alterungsprozess einwirken zu können, ist es wichtig, die molekularen Mechanismen zu verstehen, die sich so förderlich auf die Gesundheit auswirken.

Dafür stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nun die benötigten Finanzmittel zur Verfügung. Für die Detektion von bislang noch unbekannten genetischen Varianten wird FOXO3A einer intensiven Untersuchung durch Re-Sequenzierung (mit Sanger und der Next Generation Sequencing Technologie) des gesamten Genbereichs unterzogen. Alle identifizierten Polymorphismen (seltene und häufige) werden dann durch in silico Analysen auf ihren potentiellen funktionellen Einfluss getestet.

Im Folgenden werden die entsprechenden Genvarianten von Interesse auf eine Assoziation mit dem Phänotyp der Langlebigkeit überprüft, indem sie in einer Stichprobe von ~ 1400 langlebigen deutschen Individuen (95-110 Jahre) und ~ 1100 jüngeren Kontrollindividuen analysiert werden. Die assoziierten Varianten werden im Weiteren durch verschiedene in vitro und ex vivo Untersuchungen funktionell charakterisiert. Die Identifizierung von altersrelevanten Varianten wird wichtige Erkenntnisse über die FOXO3A-vermittelten molekularen Mechanismen liefern, die zu gesunder Langlebigkeit beim Menschen führen.

Förderzeitraum: 7/2010 – 6/2013

Förderung: Das Projekt wird gefördert von der DFG im Einzelverfahren.
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Originalveröffentlichung in PNAS USA (05.02.2009)

pdf, 452 KB, bisher 522 Downloads

Kieler Express (04.02.2009)

pdf, 451.1 KB, bisher 268 Downloads

Deutschlandfunk (03.02.2009)

mp3, 1.7 MB, bisher 319 Downloads

Süddeutsche Zeitung (03.02.2009)

pdf, 223.6 KB, bisher 337 Downloads

Die Welt (03.02.2009)

pdf, 190.5 KB, bisher 264 Downloads

Spiegel Online (03.02.2009)

pdf, 30.9 KB, bisher 269 Downloads

Handelsblatt Online (03.02.2009)

pdf, 133.1 KB, bisher 214 Downloads

Focus Online (03.02.2009)

pdf, 26.1 KB, bisher 257 Downloads

Hamburger Abendblatt (03.02.2009)

pdf, 192.6 KB, bisher 251 Downloads

Kieler Nachrichten (03.02.2009)

pdf, 381.1 KB, bisher 237 Downloads

Landeszeitung Schleswig-Holstein (03.02.2009)

pdf, 310.3 KB, bisher 261 Downloads